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Zwangsversteigerung

Zwangsversteigerung von Immobilien

Wer sein Haus oder seine Wohnung über eine Zwangsversteigerung erwerben möchte, hat gute Chancen dabei viel Geld zu sparen. Die Objekte sind oft zwei Drittel günstiger als der eigentliche Wert. Doch da Gutachter und Kaufinteressierte die Immobilie nicht immer ausreichend besichtigen können, werden Mängel in einigen Fällen nicht bekannt. Das Risiko trägt dabei der Käufer.

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Eine Zwangsversteigerung ist eine gute Möglichkeit, eine Immobile günstig zu erwerben. Dabei können nicht nur Häuser oder Wohnungen für die eigene Familie gekauft werden, sondern beispielsweise auch Läden, Büros oder Garagen. Die Termine für Zwangsversteigerungen werden meist von dem jeweiligen Amtsgericht festgelegt und sind für jeden Interessierten zugänglich. Doch da viele Immobilien vor dem Verkauf nicht eingehend zu besichtigen sind, sollten gerade Unerfahrene einige Tipps beachten. Der folgende Kurzratgeber kann helfen, erste Fragen zu klären.

Zwangsversteigerung: Das sind die Vorteile

Bevor eine Immobilie durch eine Zwangsversteigerung erworben wird, erhält der Käufer alle Informationen über etwaige Lasten, die auf dem Grundstück liegen. Dazu zählen beispielsweise Vereinbarungen von Abstandsflächen zu den Nachbarn. Das ist ein festgeschriebener Raum zwischen dem Grundstück und dem Nachbargrundstück, das nicht genutzt werden darf.

Ein Gutachter legt darüber hinaus den Wert der Immobilie fest und gibt Informationen zum Zustand der Wohnung und zu Baumängeln. Die meisten Details, die beim Hauskauf wichtig sind, erhalten Interessenten demnach schon im Vorfeld. Ein weiterer Vorteil sind die wegfallenden Maklergebühren. Auch für einen Notar werden keine Kosten veranschlagt, lediglich die sogenannten Zuschlaggebühren werden bei einer Zwangsversteigerung fällig.

Zwangsversteigerung: Wichtige Tipps vor dem Kauf

Ein Gutachten gehört zu jedem Haus, das über eine Zwangsversteigerung verkauft wird. Dies schafft zwar zunächst eine hohe Transparenz. Eine persönliche Besichtigung des Objekts ist aber häufig genauso wichtig wie ein Gutachten vom Sachverständigen. Denn wie laut die Nachbarn sind, geht aus der offiziellen Beurteilung nicht hervor.

Doch insbesondere die persönliche Besichtigung ist oftmals ein Problem. Der Gläubiger hat keine Zugangsberechtigung und kann häufig auch keine Besichtigungstermine anbieten. Die letzte Chance, sich das Haus anzuschauen, ist eine höfliche Nachfrage beim bisherigen Eigentümer oder Mieter. Dieser kann den Zugang zu der Immobilie erlauben. Besteht keine Möglichkeit zur Besichtigung, bleibt nur noch ein Gespräch mit den Nachbarn. Diese können in der Regel zumindest Informationen über den Lärmpegel und den Zustand der Wohnung bzw. des Hauses geben.

Diese Kosten fallen bei der Zwangsversteigerung an

Die Zwangsversteigerung ist eine Auktion, bei der der Höchstbietende gewinnt. Die Einzahlung einer sogenannten Bietsicherheit in Höhe von 10 Prozent des Marktwertes der Wunschimmobilie wird von jedem Teilnehmer vor dem Versteigerungsbeginn verlangt. Auch für die weitere Immobilienfinanzierung sollten Käufer einen Plan haben, denn die Ersteigerung ist verbindlich – für die restliche Zahlung hat der Käufer meist nur sechs Wochen Zeit.

Neben den Kosten für das ersteigerte Objekt fallen auch noch Gebühren für das Gericht an, für den Grundbucheintrag und für die Grundgewerbesteuer.

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Immobilien aus Zwangsversteigerung: Die 5/10- und 7/10-Grenze

Eine Zwangsversteigerung hilft häufig dabei, viel Geld beim Hauskauf zu sparen. Doch auch wenn es nur einen Interessenten gibt, wird die Immobilie nicht zu jedem Preis verkauft. Wenn das Höchstgebot weniger ist als die Hälfte des Verkehrswertes – also nur 5/10tel des Marktwertes beträgt – darf das Haus nicht versteigert werden. Liegt das Höchstgebot mindestens bei der Hälfte des Verkaufswertes, aber unter 7/10teln, kann der Verkauf ebenfalls verhindert werden – hierzu ist jedoch ein Antrag des Gläubigers notwendig. Bei dem nächsten Versteigerungstermin gelten diese Grenzen allerdings nicht mehr.

Grundbucheinträge beachten

Bei einer Zwangsversteigerung werden zwar alle Lasten, die auf der Immobilie liegen, offen genannt. Doch oftmals sind die Konsequenzen weitreichender als die Käufer denken. Eintragungen im Grundbuch können beispielsweise Wohnrechte für derzeitige Bewohner eines Mehrfamilienhauses beinhalten. Auch Wegerechte – also das Recht von Nachbarn einen Weg auf dem neuerworbenen Haus zu nutzen – sind im Grundbuch vermerkt.