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Vorfälligkeitsentschädigung

Vorfälligkeitsentschädigung:
Wie funktioniert die Berechnung?

Eine Vorfälligkeitsentschädigung müssen Kreditnehmer zahlen, wenn sie ihr Darlehen innerhalb der Zinsbindung bzw. vor Ablauf einer zehnjährigen Frist kündigen. Banken lassen sich dann teils üppig für entgangene Zinsgewinne entschädigen. Die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist zwar kompliziert, doch ein Nachrechen kann sich für Betroffene lohnen.

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Viele Kreditgeber verlangen nicht nur zu hohe, sondern teils auch unzulässige Vorfälligkeitsentschädigungen von Kreditnehmern, die ihr Darlehen vorzeitig ablösen. Daher lohnt es sich zweifach, die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung von einem Experten, etwa bei einer Verbraucherzentrale, überprüfen zu lassen. Im besten Fall erweist sich die Gebühr dabei als nicht rechtmäßig. Dann können Verbraucher mehrere tausend Euro einsparen.

Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung?

Mit einer Vorfälligkeitsentschädigung lassen sich Banken für die Summe entschädigen, die ihnen entgeht, weil sie das zurückgezahlte Geld für das Darlehen nicht zu dem Zinssatz anlegen können, den sie weiterhin für die Kreditvergabe bekommen hätten, erläutert die Stiftung Warentest.

Die Höhe der Gebühr richtet sich daher nach dem Zinssatz, der für das Ersatzgeschäft gilt. Je größer die Differenz zwischen diesen Zinsen und denen ist, die Kreditnehmer gezahlt hätten, umso teurer wird die vorzeitige Ablösung des Darlehens für Kunden. Doch auch weitere Faktoren sind für die Berechnung wichtig, etwa die Höhe der Restschuld und die Dauer der restlichen Zinsbindung.

Berechnung über Rechner nur bedingt aussagekräftig

Die manuelle Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ist sehr kompliziert. Daher stellt das Internet viele Vorfälligkeitsrechner bereit, mit denen Verbraucher die Gebühr automatisch berechnen lassen können. Jedoch gelten die daraus resultierenden Werte nur als Richtwert. Um sicherzugehen, wie hoch die Kosten bei einer vorzeitigen Kündigung der Baufinanzierung tatsächlich sind, ist das Hinzuziehen eines Experten empfehlenswert.

Für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung sind in der Regel folgende Angaben wichtig:

  • Restschuld
  • Ende der Sollzinsbindung
  • Monatliche Rate
  • Vertragsbeginn bzw. Auszahlungstermin des Kredits
  • Gebundener Sollzins
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So lässt sich die Vorfälligkeitsentschädigung vermeiden

Vorfälligkeitsentschädigungen lassen sich in der Regel auf zwei Arten vermeiden. Zum einen können Kredite nach 10 Jahren Zinsbindung gekündigt werden. Dann haben Verbraucher laut dem § 489 BGB ein Sonderkündigungsrecht. Dieses besagt, dass ein Darlehensnehmer die Baufinanzierung nach 10 Jahren Sollzinsbindung kostenfrei mit einer sechsmonatigen Frist kündigen darf.

Eine andere Möglichkeit, um die Gebühr zu vermeiden, ist eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung des Kredigebers. Ist dies der Fall, besteht für Kunden ein unbefristetes Widerrufsrecht, sodass Sie ihr Darlehen jederzeit widerrufen können, ohne dass Banken ein Recht auf Entschädigung haben.