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Zinsbindung

Zinsbindung – Wann eignet sich eine lange Bindungsfrist?

Nicht nur die Höhe der vereinbarten Bauzinsen hat maßgeblichen Einfluss auf die Gesamtkosten einer Baufinanzierung. Gerade in der jetzigen Niedrigzinsphase lassen sich die günstigen Zinskonditionen mit einer langfristigen Zinsbindung dauerhaft sichern. Doch wie lang sollte die Zinsbindung sein und wann kann man einen Kreditvertrag trotzdem vorsichtig auflösen.

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Bei der Baufinanzierung gilt wie bei jedem anderen Darlehen auch, dass möglichst günstige Zinsen zu einer geringeren Kostenbelastung führen. Allerdings hat das Kreditinstitut im Laufe des Darlehens auch die Möglichkeit, die vereinbarten Zinsen anzuheben, insbesondere dann wenn sich das Marktumfeld ändert und die Zinsen an den Kapitalmärkten steigen. Wer dieses Risiko bei seiner Baufinanzierung nicht eingehen möchte, kann eine möglichst langfristige Zinsbindung mit der Bank vereinbaren. Für die Dauer der Zinsbindung, darf der Zinssatz nicht angepasst werden – selbst wenn allgemein die Zinsen steigen. Diese Sicherheit lässt sich die Bank allerdings etwas kosten: Umso länger die Zinsbindung, umso höher ist der Ausgangszinssatz.

Lohnt sich eine lange Zinsbindung bei der Baufinanzierung?

Ob eine sehr langfristige Zinsbindung für die Baufinanzierung empfehlenswert ist, hängt vor allem davon ab, wie hoch oder niedrig die Bauzinsen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses sind und welche Zinsentwicklung für die nähere Zukunft erwartet wird.

Sind die Zinsen allgemein sehr hoch und es wird eine Senkung erwartet, so ist eine lange Zinsbindung nicht empfehlenswert. In der jetzigen Niedrigzinsphase sind sich die Experten jedoch einig, dass Kreditnehmer mit einer langen Darlehensphase von einer Zinsbindung profitieren können. Üblich dabei sind Bindungsfristen von zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren.

Welches die optimale Zinsbindung ist, hängt von Höhe der Kreditsumme, aktuellen Bauzinsen und Laufzeit des Vertrags ab. Wer beispielsweise ein sehr hohes Darlehen aufnimmt und daher eine lange Laufzeit wählt, um den Kredit zurückzubezahlen, fährt mit einer langen Zinsbindung gut, vorausgesetzt die Bauzinsen sind zum Zeitpunkt der Kreditvergabe günstig.

Kann die Baufinanzierung trotz Zinsbindung vorzeitig gekündigt werden?

Generell ist eine vorzeitige Kündigung des Kreditvertrags innerhalb der Zinsbindung nicht möglich, ohne dass eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt werden muss. Diese Gebühr erhebt die Bank bei einer früheren Tilgung des Darlehens für die entgangenen Zinsen. Somit ist die kostenlose vorzeitige Kündigung des Vertrags theoretisch nicht möglich.

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Dies gilt allerdings nur für eine Dauer von zehn Jahren. Denn nach dieser Frist ist es nach § 489 Abs. 1 Nr. 3 BGB möglich jeden Darlehensvertrag, unabhängig von etwaigen Zinsbindungsvereinbarungen, zu kündigen. In so einem Fall kann ein Kreditnehmer also nach zehn Jahren mit einer ordentlichen Kündigungsfrist von sechs Monaten den Altvertrag kündigen und entweder vollständig ablösen oder aber mittels einer günstigeren Finanzierung abbezahlen. Je nach Höhe der Restschuld ergeben sich dabei Einsparpotenziale von mehreren Tausend Euro.