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Fremdwährungsdarlehen

Fremdwährungsdarlehen: Niedrige Zinsen im Ausland nutzen

Mit einem Fremdwährungsdarlehen können Verbraucher von niedrigen Zinsniveaus anderer Länder profitieren. Denn sie nehmen dabei einen Kredit nicht in Euro, sondern in der Während des entsprechenden Staates auf. Durch Änderungen des Währungskurses birgt das Fremdwährungsdarlehen jedoch einige Risiken, aber auch Chancen.

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Fremdwährungsdarlehen zahlen sich in der Regel nur dann aus, wenn das Zinsniveau im Ausland geringer ist als das in Deutschland. Seit Beginn der Finanzkrise haben sich die Konditionen für die Baufinanzierung in der Bundesrepublik jedoch deutlich verbessert. Interessierte sollten daher genau prüfen, ob sich ein Darlehen in einer anderen Währung als den Euro noch auszahlt und dabei auch auf einen stabilen Währungskurs achten.

Wie funktioniert ein Fremdwährungsdarlehen?

Fremdwährungsdarlehen lassen sich beispielsweise in Form von Schweizer Franken oder japanischen Yen aufnehmen, wobei es in Euro ausgezahlt wird. Unter der Annahme, dass die Zinsen für schweizerische oder japanische Darlehen niedriger als in Deutschland sind, wird der Kredit durch die niedrigere Zinslast für den Kunden günstiger. Entwickelt sich zudem der Wechselkurs zu seinen Gunsten, verringert sich zusätzlich die Kreditlast.

Doch die Änderungen des Wechselkurses bergen nicht nur Chancen. Erhöht sich der Wert des Franken oder Yen gegenüber dem des Euro, steigt die Höhe des Kredits, da der Euro weniger wert ist als zuvor. Kreditnehmer müssen dann mehr Euro für die Tilgung des Darlehens aufwenden.

Ein Beispiel: Anhand der Schweizer Franken zeigt sich das Risiko eines Fremdwährungsdarlehens. Wer im April 2014 einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro wollte, musste rund 121.000 Schweizer Franken als Fremdwährungskredit aufnehmen. Ein Jahr später hat der Euro stark an Wert verloren (der Wechselkurs ist gesunken). Um nun die Summe in Euro zu begleichen, sind statt 100.000 Euro mehr als 117.000 Euro notwendig.

 Wechselkurs
EUR : CHF
April ’141 : 1,2095Kreditaufnahme: 100.000 Euro x 1,2095 = 121.000 CHF100.000 EUR
April ’151 : 1,0335Rückzahlung: 121.000 CHF / 1,0335 = 117.000 EUR117.000 EUR

Vorteile stehen einigen Nachteilen gegenüber

Fremdwährungsdarlehen werden meist als sogenannte endfällige Darlehen vergeben. Dabei zahlen Kunden während der Laufzeit nur die Kreditzinsen. Tilgungsraten sind hingegen nicht vorgesehen, denn der Kredit wird erst zum Schluss der Vertragslaufzeit auf einen Schlag getilgt. Zudem ist der Zins oftmals nicht festgeschrieben, sondern variabel. Das bedeutet, er wird in kurzen Abständen an die aktuelle Marktsituation angepasst. Solange die Zinsen niedrig bleiben oder gar weiter sinken, ist dies kein Nachteil für Kreditnehmer. Steigen sie jedoch, wird das Darlehen teurer.

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Fazit: Fremdwährungsdarlehen nicht für jeden Bauherrn geeignet

Ohne vorherige Beratung zum Fremdwährungsdarlehen sollte sich niemand dafür entscheiden. Generell eignet es sich eher für risikobewusste Bauherren, die es sich leisten können, wenn der Kredit durch steigende Zinsen oder Währungsschwankungen teurer wird. Diese Form der Baufinanzierung bietet zwar die Chance, unter gewissen Umständen Geld zu sparen. Jedoch gibt es auch viele Risiken. Sie können Interessierten, die ihre Immobilienfinanzierung genau durchkalkuliert haben, erhebliche finanzielle Schwierigkeiten bereiten.