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Bausparlexikon

Bausparlexikon

In unserem Nachschlagewerk finden Sie „alle“ wichtigen Begriffe zum Thema Bausparen erklärt.

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Abschlussgebühr

Als Abschlussgebühr bezeichnet man die Bearbeitungsgebühr, die beim Abschluss eines Bausparvertrages fällig wird. Sie beträgt meist zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme. Die Abschlussgebühr wird als Vermittlerprovision gezahlt und von den ersten Sparraten abgezogen oder im Voraus als Einmalgebühr berechnet.

Absicherung

Um bereits ausgezahlte Beträge eines Bauspardarlehens abzusichern, schließen viele Bausparkunden eine Risikolebensversicherung ab oder greifen auf eine bestehende Lebensversicherung zurück. Für den Fall, dass der Bausparkunde vorzeitig verstirbt, kann das Darlehen über die Versicherungssumme ausgelöst werden.

Arbeitnehmer-Sparzulage

Die Arbeitnehmer-Sparzulage ist eine staatliche Förderung des Bausparvertrages in Höhe von 9 Prozent. Dies bezieht sich auf Aufwendung von maximal 470 Euro für Ledige und 940 Euro für Verheiratete. Die jährliche Bezuschussung beträgt somit maximal 43 Euro (Ledige) bzw. 86 Euro (Verheiratete). Sie wird allerdings nur dann gewährleistet, wenn das zu versteuernde Jahreseinkommen 17.900 Euro (Ledige) bzw. 35.800 Euro (Verheiratete) nicht überschreitet. Die Auszahlung erfolgt erstmals nach einer Vertragslaufzeit von sieben Jahren, der Bindungsfrist.

Bauspardarlehen

Wurde neben anderen Bedingungen ein bestimmter Prozentsatz, meist 40 oder 50 Prozent, der angestrebten Bausparsumme erreicht, erhält der Bausparkunde Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Der Zinssatz bleibt während der gesamten Laufzeit stabil und ist unabhängig gegenüber Börsenentwicklungen. Das Bauspardarlehen darf ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke genutzt werden.

Bauspareinlagen

Als Bauspareinlage bezeichnet man das im Rahmen eines Bausparvertrags angesammelte Vermögen. Es besteht aus den regelmäßig eingezahlten Sparbeiträgen und Sonderzahlungen, den vermögenswirksamen Leistungen wie Arbeitnehmer-Sparzulagen oder Wohnungsbauprämien und den Guthabenzinsen.

Bausparförderung

Bei einer Bausparförderung handelt es sich um eine staatliche Bezuschussung des Bausparvertrags. Mögliche Formen sind die Arbeitnehmer-Sparzulage, die Wohnungsbauprämie und Wohn-Riester.

Bausparguthaben

Ein Bausparguthaben ist das gesammelte Vermögen eines Bausparvertrags zum Zeitpunkt der Zuteilung. Es setzt sich aus den eingezahlten Sparbeiträgen, den vermögenswirksamen Leistungen durch den Staat und den Guthabenzinsen zusammen.

Bausparprämie

Die sogenannte Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Förderung für Bausparer ab dem 16. Lebensjahr. Sie beträgt 8,8 Prozent von einer jährlichen Mindestaufwendung von 50 Euro bis zu einer jährlichen Maximalaufwendung von 512 Euro (Ledige) bzw. 1024 Euro (Verheiratete). Die maximale Prämie, die Bausparer so pro Jahr erhalten können, liegt folglich bei 45,06 Euro (Ledige) bzw. 90,11 Euro. Bedingung für die Bezuschussung ist, dass das zu versteuernde Jahreseinkommen nicht größer als 26.000 Euro (Ledige) bzw. 51.200 Euro (Verheiratete) ist.

Bausparsumme

Die Bausparsumme ist derjenige Kapitalbetrag, über den der Bausparvertrag abgeschlossen wird. Sie setzt sich aus dem Bausparguthaben und dem möglichen Bauspardarlehen zusammen. Die Bausparsumme sollte abhängig von dem späteren Baufinanzierungsbedarf festgelegt werden.

Bewertungsstichtag

Bewertungsstichtage sind diejenigen Termine, an denen bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Bausparvertrag als zuteilungsreif bewertet werden kann. Dies kann der Fall sein, wenn das Bausparguthaben 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme erreicht hat. Der Bewertungsstichtag ist je nach Bausparkasse halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich und meist am letzten Tag eines Monats.

Bewertungszahl

Die Bewertungszahl wird am Bewertungsstichtag anhand der Vertragslaufzeit, der Sparbeiträge und der gutgeschriebenen Guthabenzinsen errechnet (Zeit-mal-Geld-System). Sie gilt als Maßstab für die nachfolgende Zuteilungsperiode. Erfüllt der Bausparvertrag eines Kunden die zuvor von der Bausparkasse bekanntgegebene Zielbewertungszahl, so kann er zugeteilt werden.

Bindungsfrist

Damit ein Bausparkunde eine staatliche Arbeitnehmer-Sparzulage empfangen kann, muss der Bausparvertrag bereits sieben Jahre bestanden haben. Gleiches gilt für die staatliche Bausparprämie bzw. Wohnungsbauprämie, wenn der Bausparvertrag bis Ende 2008 abgeschlossen wurde. Wird ein Vertrag innerhalb dieser Bindungsfrist gekündigt, hat der Kunde keinen Anspruch auf den Empfang der staatlichen Zuschüsse.

Möchte der Kunde sein Bausparguthaben inklusive der staatlichen Prämien noch innerhalb der Bindungsfrist zugeteilt bekommen, so ist die Verwendung an wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden. Nach Ablauf der Bindungsfrist kann er das Vermögen nach Belieben verwenden. Für die Wohnungsbauprämie bei Verträgen ab 2009 gilt allerdings die Regel, dass das Bausparguthaben immer exklusiv für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden darf, außer bei Bausparern bis zum 25. Lebensjahr.

Darlehensgebühr

Die Darlehensgebühr wird auf das ausgezahlte Bauspardarlehen erhoben. Sie muss bei manchen Tarifen zusätzlich zu den vereinbarten Nominalzinsen gezahlt werden und kann zwischen zwei und drei Prozent betragen.

Effektivzins

Der Effektivzins setzt sich aus dem Nominalzins für ein Bausparlehen und den zusätzlich anfallenden Darlehens- und Abschlussgebühren zusammen. Ein niedriger Effektivzins ist kein verlässlicher Indikator für einen guten Bauspartarif, da er oft durch einen niedrigen Guthabenzins in der Sparphase relativiert wird.

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Erhöhung einer Bausparsumme

Die Bausparsumme kann in der Regel jederzeit aufgestockt werden, solange der Tarif noch von der Bausparkasse angeboten wird. Der Darlehensanspruch wächst dabei in demselben prozentualen Umfang, in dem auch die Bausparsumme erhöht wurde. Meist ist dafür jedoch eine erneute Abschlussgebühr zu zahlen. Entsprechend der Erhöhung wird auch die Bewertungszahl reduziert, sodass sich die Wartezeit bis zur Zuteilungsreife verlängert.

Guthabenzins

Mit dem Guthabenzins werden die eingezahlten Beiträge während der Sparphase verzinst. Während Bausparkunden in früheren Tarifen noch zwischen zwei und fünf Prozent an Guthabenzinsen erhalten konnten, erhalten sie bei neuen Verträgen oft nur noch 0,25 Prozent. Grund ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank.

Mindestsparguthaben

Das Mindestsparguthaben ist dasjenige Bausparguthaben, das erreicht sein muss, damit die Zuteilung erfolgen kann.

Mindestsparzeit

Als Mindestsparzeit wird der Zeitraum zwischen Abschluss des Bausparvertrages und frühestmöglicher Zuteilung bezeichnet.

Regelsparbeitrag

Die Summe, die der Kunde monatlich in seinen Bausparvertrag einzahlt, nennt man Regelsparbeitrag. Es handelt sich um einen tarifabhängigen Anteil von der vereinbarten Bausparsumme, oft zwischen drei und zehn Promille.

Sonderzahlungen

Eine Sonderzahlung kann in der Sparphase über den Regelsparbeitrag hinaus geleistet werden, um das Vermögen schneller aufzubauen. Somit kann eine Zuteilung gegebenenfalls eher erreicht werden. In der Darlehensphase können Sonderzahlungen zur schnelleren Tilgung getätigt werden.

Teilbausparsumme

Die gesamte Bausparsumme kann bei einigen Bauspartarifen in Teilbausparsummen zerlegt werden. So kann dem Bausparer eine Teilsumme schon früher zugeteilt werden.

Tilgungsbeitrag

Den Tilgungsbeitrag muss der Bausparer monatlich für die Tilgung und die Zinsen des Bauspardarlehens aufbringen. Er liegt oft zwischen vier und sechs Promille der Bausparsumme. Je höher der Tilgungsbeitrag desto schneller kann das Bauspardarlehen zurückgezahlt werden. Zusätzliche Sonderzahlungen sind jederzeit möglich.

Weitergabe

Wenn ein Bausparer nach der Sparphase kein Bauspardarlehen möchte, kann er seinen Anspruch darauf innerhalb der Verwandtschaft weitergeben. Mögliche Begünstigte sind Ehepartner, Verlobte, Kinder und weitere geradlinige Verwandte und Verschwägerte.

Zielbewertungszahl

Eine Zielbewertungszahl wird von der Bausparkasse für jede Zuteilungsperiode festgelegt. Ein Bausparvertrag kann erst dann zugeteilt werden, wenn seine Bewertungszahl (abhängig von Vertragslaufzeit, Sparbeiträgen und Guthabenzinsen) mindestens der Zielbewertungszahl entspricht.

Zuteilung

Als Zuteilung wird der Zeitpunkt bezeichnet, an dem das Bausparguthaben ausgezahlt werden kann bzw. zu dem der Bausparkunde Anspruch auf ein Bauspardarlehen hat. Dazu muss die Zielbewertungszahl erfüllt sein.

 

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