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Bausparvertrag

Bausparvertrag: Langfristig planen, niedrige Zinsen nutzen

Für alle, die den Kauf einer Immobilie langfristig planen wollen und nicht genügend Eigenkapital zur Verfügung haben, ist ein Bausparvertrag geeignet. Bausparen ist eine sichere Möglichkeit, ein Haus bzw. eine Wohnung zu finanzieren. Zum einen, weil ein Teil des Kapitals schon im Vorfeld angespart wird. Zum anderen, weil Bausparer sich schon jetzt niedrige Darlehenszinsen sichern können.

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Ein Bausparvertrag ist eine langfristige Kapitalanlage zur Eigenheimfinanzierung. Über einen vereinbarten Zeitraum werden monatlich Beiträge in den Bausparvertrag eingezahlt. Ist die geplante Summe erreicht, wird der Vertrag zuteilungsreif. Das heißt, dass die Summe an den Bausparer ausgezahlt wird. Darüber hinaus erhält er – quasi als Belohnung für seine Mühe – derzeit ein besonders günstiges Bauspardarlehen. Auf diese Weise kann der Hauskauf auf lange Sicht geplant und vorbereitet werden, ohne auf einmal sehr hohe Schulden aufnehmen zu müssen.

Bausparvertrag: So funktioniert Bausparen

Bausparen ist von der Idee her ganz einfach: Mit der Bausparkasse oder dem Kreditinstitut wird ein Sparziel vereinbart, das auf lange Sicht von dem Bausparer über monatliche Einzahlungen in den Vertrag erreicht werden kann. Dabei profitieren die Anleger über Guthabenzinsen während der Ansparzeit. Ist das Sparziel erreicht, kann das angesparte Geld, inklusive zinsgünstiges und festverzinstes Darlehen, zugeteilt werden. Auf diese Weise kann eine Immobilie gekauft oder auch das bereits vorhandene Eigenheim modernisiert werden.

Wann ist der Bausparvertrag zuteilungsreif?

Ein Bausparvertrag ist zuteilungsreif, wenn die vertraglich vereinbarte Ansparzeit abgelaufen ist und ein bestimmter Prozentsatz der Bausparsumme – häufig 40 oder 50 Prozent – angespart wurde. Darüber hinaus muss der Bausparkasse zum gewünschten Zuteilungszeitpunkt genügend Geld zur Verfügung stehen. Da jedes Bauspardarlehen vor allem aus dem Kapital anderer Bausparer besteht, die sich noch in der Ansparphase befinden, ist das nicht immer der Fall. Bausparkassen geben deshalb keine verbindlichen Termine für die Auszahlung des Bauspardarlehens bekannt.

Bausparvertrag: Abschluss schon in jungen Jahren möglich

Mit einem Bausparvertrag können auch schon junge Menschen unter 18 Jahren für einen späteren Hauskauf Geld anlegen – beispielsweise während einer Berufsausbildung. Viele Eltern oder Großeltern nutzen den Bausparvertrag auch als Geschenk für einen größeren Anlass wie die Taufe oder den Schulabschluss. Auf diese Weise sparen sie langfristig für ihre Kinder bzw. Enkelkinder Geld an, damit diese sich zu einem geeigneten Zeitpunkt ein Haus oder eine Wohnung kaufen können.

Vorteile eines Bausparvertrags im Überblick

Die Vorteile eines Bausparvertrags liegen in erster Linie in der langfristigen Planungssicherheit und den aktuell niedrigen Zinsen für das Bauspardarlehen. Die niedrigen Zinsen können sich Interessierte dabei mit dem Vertrag für einen sehr langen Zeitraum sichern. Darüber hinaus erhalten Bausparer in der Ansparphase garantierte Guthabenzinsen – andere Sparformen bieten oft höhere Zinsen. Viele Bausparer können allerdings von staatlichen Förderprogrammen oder Zulagen in Form von Wohn-Riester profitieren.

Bausparvertrag: Sparer können staatliche Förderung erhalten

Viele Bausparer können Förderprogramme für ihren Hauskauf bzw. -bau in Anspruch nehmen. Es gibt insgesamt drei Formen staatlicher Förderung.

  • Wohnungsbauprämie
  • Arbeitnehmersparzulage
  • Wohn-Riester

Mit der Wohnungsbauprämie können Bausparer eine staatliche Förderung von 45,06 Euro (Alleinstehende) bzw. 90,11 Euro (für Ehepartner) im Jahr erhalten, sofern sie eine bestimmte Einkommensgrenze nicht übersteigen.

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine Beteiligung des Arbeitgebers von maximal 470 Euro jährlich an dem Bausparvertrag. Dieses Geld muss als sogenannte vermögenswirksame Leistung verwendet werden – es ist also in diesem Fall an den Zweck des Bausparens gebunden.

Wohn-Riester ist ein Bausparvertrag, bei dem monatlich vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens in den Bausparvertrag eingezahlt werden müssen, um staatliche Zulagen wie bei der Riester Rente zu erhalten. Für Alleinstehende beträgt die Höhe der Förderung 154 Euro jährlich. Hinzu kommen Zulagen für Kinder.

Meist nicht als alternative Sparform geeignet

Ein Bausparvertrag eignet sich für die meisten Kunden nur dann, wenn sie tatsächlich auch das zinsgünstige Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Denn entscheiden sich Sparer nach der Vertragslaufzeit gegen die Finanzierung einer Immobilie, erhalten diese auch keinen solchen Kredit. Banken vergeben zwar beim Verzicht auf das Darlehen oft einen Zinsbonus auf das angesparte Guthaben. Doch dies wiegt in vielen Fällen den Verlust nicht auf, der durch die geringen Guthabenzinsen entstanden ist. Darüber hinaus wird beim Abschluss eines Bausparvertrags eine Abschlussgebühr fällig und häufig auch Gebühren für die Kontoführung. Als reine Sparform eignet sich der Bausparvertrag deshalb nur in wenigen Einzelfällen.

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Bausparvertrag: Langfristig planen, langfristig profitieren

Wer schon einige Jahre im Voraus den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung plant, kann mithilfe eines Bausparvertrags eine zuverlässige Vorbereitung dafür treffen. Diese Form der Baufinanzierung macht es möglich, sich nicht sofort für ein bestimmtes Haus oder einen Wohnort entscheiden zu müssen, sondern zunächst den Grundstein für den Hauskauf zu legen. Da der Abschluss prinzipiell zu jeden Zeitpunkt im Leben möglich ist, können Interessierte beispielsweise schon während der Ausbildung oder vor einer Hochzeit mit dem Bausparen beginnen. Außerdem eignet sich der geplante Immobilienkauf auch als private Altersvorsorge.

 

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